Seid nett zueinander…

Ein frohes neues Jahr wünsche ich allen…

Bezugnehmend auf diesen Artikel von Tobias möchte ich auch einmal meinen Senf zum Thema Bashing(nein nicht die Shell) und FlameWars dazugeben.
Ich finde Tobias hat in einigen Punkten recht.

Seit ich Ubuntu verwende bin ich begeistert mit wie viel Geduld und Verständnis die Ubuntu-Community bereit ist zu helfen. Ich werde jetzt hier keine Einzelnachweise bringen, da man sich einfach nur mal durch das Forum auf ubuntuusers.de lesen muss und sofort merkt, dass dort ein sehr schöner Umgangston herrscht.

Da wird eben auf die Frage “Welche Desktopumgebung soll ich verwenden?” nicht geantwortet:

“KDE, denn alles andere ist schrott”

sondern es werden konstruktive Beiträge ausgearbeitet (und ich betone das bewusst so um alle zu würdigen, die sich die Mühe machen auch das hundertste mal freundlich auf so eine Frage zu antworten.):

“Es kommt drauf an, wie du deinen Desktop gestalten möchtest und welche Programme du verwenden möchtest. Auch die Leistung deines Systems solltest du beachten…. Schau dir doch den Artikel unter: http://wiki.ubuntuusers.de/Desktop mal an”

Auf der anderen Seite gibt es aber immer wieder Leute, die der Meinung sind das was sie machen ist das Beste und einzig Richtige.
Nehmen wir uns die unqualifizierte Antwort von oben noch einmal vor.
Warum soll denn alles andere “Schrott” sein. Nur weil er das mal für sich beschlossen hat? Und selbst wenn, warum kann er das nicht in etwas weniger krasser weiße als seine Meinung kund tun und alle ideologischen Standpunkte außen vor lassen?
Wir sind alle Teil dieser OpenSource-Gemeinschaft. Und wäre der Linux Desktop und damit auch KDE/Gnome etc. ohne die anderen Desktop-Umgebungen auch so weit wie er es heute ist? Ich glaube nicht. Vielseitigkeit und Menschen die helfen sich in diesem “Wirrwarr” zurecht zu finden und helfen können sind das was diese Gemeinschaft braucht. Das sind für mich die Experten. Nicht die, die alle Vorteile Ihres Systems kennen, sondern die, die wissen wann ein System für jemanden geeignet ist und wann nicht.

Wenn mich heute jemand fragen würde welche Desktop-Oberfläche er als Linux-Anfänger benutzen solle, dann würde ich Ihm sagen “probier einfach einige aus”, mit dem Verweiß auf die LiveCDs von (K/X/L)Ubuntu, Fluxbuntu oder Awesome. Wenn er dann sagen würde “Das sind mir aber zu viele…hast du nicht ein entweder..oder “, dann würde ich die Auswahl auf KDE und Gnome beschränken einfach weil diese Desktops das nötige zum Arbeiten schon mitbringen. Und das ist das was ein Anfänger braucht. Keine großen Hindernisse, sondern schnelle Ergebnisse. Das Interesse am Komplexeren kommt dann von allein.

Wenn mich dagegen jemand fragen würde, was ich für eine Desktop-Umgebung verwende und warum, dann würde ich sagen.

“Gnome und zwar wegen der Applets in der Gnome-Menu-Leiste”

Natürlich ist das nicht der einzige Grund, aber ja es stimmt. ich mag das Gnome-Panel und die Widgets, die man in diesem einbetten kann. Um konkret zu werden liebe ich es, das Wetter und die aktuelle Außen-Temperatur neben meiner Uhr zu sehen und würde unter anderem deshalb auch ungern zu z.B. Fluxbox wechseln. Das ist nur ein kleiner Punkt und manche der hartnäckigen würden jetzt sagen “Na dann verzichtest du halt auf das Wetter-Applet, kannst es dir ja auf dem Desktop anzeigen lassen….dafür kann Fluxbox dies und jenes..” Und das ist genau das was ich hiermit sagen will. Ich will eben das Wetter nicht auf dem Desktop, sondern ich will es neben der Uhr…UND DAS IST AUCH GUT SO.

Ein Punkt möchte ich noch besonders erwähnen: Das Fragen an der falschen Stelle.
Es kommt unter Umständen vor, dass keine Antwort oder einfach nur RTFM als Antwort geschrieben wird. Das liegt häufig an zwei Dingen:

  1. Die Frage wurde nicht in einem passenden Forum gestellt
  2. der fragende Anfänger weiß davon nichts

Es ist z.B. ungünstig in einem Gentoo-Experten Forum, das sich beispielsweise mit Gentoo-Servern beschäftigt, grundlegende Fragen zu einer Desktop-Umgebung zu stellen. Doch woher soll der Fragende, der neu in der Linux-Welt ist das wissen? Immerhin heißt dieses Ding doch Gentoo-Linux und das hat er gefunden, als er sich im Internet über Linux informieren wollte und deshlb bei Google gesucht hat.

Nun gibt es aber zwei Möglichkeiten. Nämlich, dass er einfach als Noob ignoriert wird in der Annahme, dass er sich seine Info schon wo anders her holen wird oder das Ihm freundlich geantwortet wird, das er sich erstmal Grundlegend zu Linux informieren soll (z.B. mit Verweiß auf den Wikipedia-Artikel). Das dauert meist nicht mehr als 2-3 Minuten.
Entweder hat man nun also einen von der “Linux”-Community (ja das wird leider so pauschalisiert) genervten Benutzer, der nach dem vierten Experten-Forum (wenn er die nun mal als ersten gefunden hat) ohne Antwort die Geduld verloren hat und sauer zu Microsoft oder Apple wechselt oder man hilft Ihm seine Antworten selber zu finden und gewinnt damit vielleicht einen treuen Open-Source-Anhänger, der sich gerne an seine ersten Tage in der Linux-Welt zurück erinnert.

Man soll niemanden etwas vorkauen, aber ein freundliches “Du bist hier falsch aber versuch es mal dort..viel Glück” ist doch nicht zu viel verlangt.

In diesem Sinne hoffe ich dass diese beiden Überlegungen manche zu ein bisschen mehr Harmonie bewegen.

Seid nett zueinander…

Felix

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